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Patrick Martin
Patrick Martin

The Beauty and Significance of Mein Ziel Noten Pdf 13



1 O Ewigkeit, du Donnerwort,o Schwert, das durch die Seele bohrt.o Anfang sonder Ende!O Ewigkeit, Zeit ohne Zeit,ich weiß vor großer Traurigkeitnicht, wo ich mich hinwende;mein ganz erschrocknes Herz erbebt,daß wir die Zung am Gaumen klebt.




Mein Ziel Noten Pdf 13



2 Kein Unglück ist in aller Welt,das endlich mit der Zeit nicht fällt,und ganz wird aufgehoben:die Ewigkeit hat nur kein Ziel,sie treibet fort und fort ihr Spiel,läßt nimmer ab zu toben,ja wie mein Heiland selber spricht:aus ihr ist kein Erlösung nicht.


Daß für unser Glück und unsern Genuß das Subjektive ungleichwesentlicher als das Objektive sei, bestätigt sich in allem: von dem an,daß Hunger der beste Koch ist und der Greis die Göttin des Jünglingsgleichgültig ansieht, bis hinauf zum Leben des Genies und des Heiligen.Besonders überwiegt die Gesundheit alle äußern Güter so sehr, daßwahrlich ein gesunder Bettler glücklicher ist als ein kranker König. Einaus vollkommener Gesundheit und glücklicher Organisation hervorgehendes,ruhiges und heiteres Temperament, ein klarer, lebhafter, eindringenderund richtig fassender Verstand, ein gemäßigter, sanfter Wille unddemnach ein gutes Gewissen, dies sind Vorzüge, die kein Rang oderReichtum ersetzen kann. Denn was einer für sich selbst ist, was ihn indie Einsamkeit begleitet und was keiner ihm geben oder nehmen kann, istoffenbar für ihn wesentlicher als alles, was er besitzen, oder auch, waser in den Augen anderer sein mag. Ein geistreicher Mensch hat, ingänzlicher Einsamkeit, an seinen eigenen Gedanken und Phantasienvortreffliche Unterhaltung, während von einem Stumpfen die fortwährendeAbwechselung von Gesellschaften, Schauspielen, Ausfahrten undLustbarkeiten, die marternde Langeweile nicht abzuwehren vermag. Einguter, gemäßigter, sanfter Charakter kann unter dürftigen Umständenzufrieden sein; während ein begehrlicher, neidischer oder böser es beiallem Reichtum nicht ist. Nun aber gar dem, welcher beständig den Genußeiner außerordentlichen, geistig eminenten Individualität hat, sind diemeisten der allgemein angestrebten Genüsse ganz überflüssig, ja, nurstörend und lästig. Daher sagt Horaz von sich:


Die Wichtigkeit der beiden andern Rubriken der Güter des menschlichenLebens brauche ich nicht hervorzuheben. Denn der Wert des Besitzes istheutzutage so allgemein anerkannt, daß er keiner Empfehlung bedarf.Sogar hat die dritte Rubrik, gegen die zweite, eine sehr ätherischeBeschaffenheit; da sie bloß in der Meinung anderer besteht. Jedoch nachEhre, d. h. gutem Namen, hat jeder zu streben, nach Rang schon nur die,welche dem Staate dienen, und nach Ruhm gar nur äußerst wenige. Indessenwird die Ehre als ein unschätzbares Gut angesehen, und der Ruhm als dasKöstlichste, was der Mensch erlangen kann, das goldene Vlies derAuserwählten: hingegen den Rang werden nur Toren dem Besitze vorziehen.Die zweite und dritte Rubrik stehn übrigens in sogenannterWechselwirkung; sofern das habes, habeberis des Petronius seineRichtigkeit hat, und, umgekehrt, die günstige Meinung anderer, in allenihren Formen, oft zum Besitze verhilft.


Ferner, wie das Land am glücklichsten ist, welches weniger oder keinerEinfuhr bedarf; so auch der Mensch, der an seinem innern Reichtum genughat und zu seiner Unterhaltung wenig oder nichts von außen nötig hat; dadergleichen Zufuhr viel kostet, abhängig macht, Gefahr bringt, Verdrußverursacht und am Ende doch nur ein schlechter Ersatz ist für dieErzeugnisse des eigenen Bodens. Denn von andern, von außen überhaupt,darf man in keiner Hinsicht viel erwarten. Was einer dem andern seinkann, hat seine sehr engen Grenzen: am Ende bleibt doch jeder allein,und da kommt es darauf an, wer jetzt allein sei. Auch hier gilt demnachwas Goethe (Dicht. u. Wahrh. Bd. 3, S. 474) im allgemeinen ausgesprochenhat, daß, in allen Dingen, jeder zuletzt auf sich selbst zurückgewiesenwird, oder, wie Oliver Goldsmith sagt:


Das Beste und Meiste muß daher jeder sich selber sein und leisten. Jemehr nun dieses ist, und je mehr demzufolge er die Quellen seinerGenüsse in sich selbst findet, desto glücklicher wird er sein. Mitgrößtem Rechte also sagt Aristoteles: ἡ ευδαιμονια των αυταρκωνεστι (Eth. Eud. VII, 2), zu deutsch: das Glück gehört denen, die sichselber genügen. Denn alle äußern Quellen des Glückes und Genusses sind,ihrer Natur nach, höchst unsicher, mißlich, vergänglich und dem Zufallunterworfen, dürften daher, selbst unter den günstigsten Umständen,leicht stocken; ja, dieses ist unvermeidlich, sofern sie doch nichtstets zur Hand sein können. Im Alter nun gar versiegen sie fast allenotwendig: denn da verläßt uns Liebe, Scherz, Reiselust, Pferdelust undTauglichkeit für die Gesellschaft: sogar die Freunde und Verwandtenentführt uns der Tod. Da kommt es denn, mehr als je, darauf an, waseiner an sich selber habe. Denn dieses wird am längsten Stich halten.Aber auch in jedem Alter ist und bleibt es die echte und alleinausdauernde Quelle des Glücks. Ist doch in der Welt überall nicht vielzu holen: Not und Schmerz erfüllen sie, und auf die, welche diesenentronnen sind, lauert in allen Winkeln die Langeweile. Zudem hat in derRegel die Schlechtigkeit die Herrschaft darin und die Torheit das großeWort. Das Schicksal ist grausam und die Menschen sind erbärmlich. Ineiner so beschaffenen Welt gleicht der, welcher viel an sich selber hat,der hellen, warmen lustigen Weihnachtsstube, mitten im Schnee und Eiseder Dezembernacht. Demnach ist eine vorzügliche, eine reicheIndividualität und besonders sehr viel Geist zu haben ohne Zweifel dasglücklichste Los auf Erden; so verschieden es etwan auch von demglänzendesten ausgefallen sein mag. Daher war es ein weiser Ausspruchder erst 19jährigen Königin Christine von Schweden, über den ihr nochbloß durch einen Aufsatz und aus mündlichen Berichten bekannt gewordenenKartesius, welcher damals seit 20 Jahren in der tiefsten Einsamkeit, inHolland, lebte: Mr. Descartes est le plus heureux de tous les hommes, etsa condition me semble digne d'envie. (Vie de Descartes par Baillet,Liv. VII, ch. 10.) Nur müssen, wie es eben auch der Fall des Kartesiuswar, die äußeren Umstände es so weit begünstigen, daß man auch sichselbst besitzen und seiner froh werden könne; weshalb schon Koheleth (7,12) sagt: Weisheit ist gut mit einem Erbgut, und hilft, daß einer sichder Sonne freuen kann. Wem nun, durch Gunst der Natur und desSchicksals, dieses Los beschieden ist, der wird mit ängstlicher Sorgfaltdarüber wachen, daß die innere Quelle seines Glückes ihm zugänglichbleibe; wozu Unabhängigkeit und Muße die Bedingungen sind. Diese wird erdaher gern durch Mäßigkeit und Sparsamkeit erkaufen; um so mehr, als ernicht, gleich den andern, auf die äußern Quellen der Genüsse verwiesenist. Darum wird die Aussicht auf Ämter, Geld, Gunst und Beifall derWelt, ihn nicht verleiten, sich selber aufzugeben, um den niedrigenAbsichten oder dem schlechten Geschmacke der Menschen sich zu fügen.Vorkommenden Falls wird er es machen wie Horaz in der Epistel an denMäcenas (Lib. I, ep. 7). Es ist eine große Torheit, um nach außen zugewinnen, nach innen zu verlieren, d. h. für Glanz, Rang, Prunk, Titelund Ehre, seine Ruhe, Muße und Unabhängigkeit ganz oder großenteilshinzugeben. Dies hat aber Goethe getan. Mich hat mein Genius mitEntschiedenheit nach der andern Seite gezogen.


Ich habe in dieser ganzen Betrachtung der persönlichen Eigenschaften,welche zu unserem Glücke beitragen, nächst den physischen, hauptsächlichdie intellektuellen berücksichtigt. Auf welche Weise nun aber auch diemoralische Trefflichkeit unmittelbar beglückt, habe ich früher in meinerPreisschrift über das Fundament der Moral 22, S. 275 (2. Aufl. 272)dargelegt, wohin ich also von hier verweise.


Soviel von der bürgerlichen Ehre. Die Amtsehre ist die allgemeineMeinung anderer, daß ein Mann, der ein Amt versieht, alle dazuerforderlichen Eigenschaften wirklich habe und auch in allen Fällenseine amtlichen Obliegenheiten pünktlich erfülle. Je wichtiger undgrößer der Wirkungskreis eines Mannes im Staate ist, also je höher undeinflußreicher der Posten, auf dem er steht, desto größer muß dieMeinung von den intellektuellen Fähigkeiten und moralischenEigenschaften sein, die ihn dazu tauglich machen: mithin hat er einen umso höhern Grad von Ehre, deren Ausdruck seine Titel, Orden usw. sind,wie auch das sich unterordnende Betragen anderer gegen ihn. Nach demselben Maßstabe bestimmt nun durchgängig der Stand den besonderen Gradder Ehre, wiewohl dieser modifizirt wird durch die Fähigkeit der Mengeüber die Wichtigkeit des Standes zu urteilen. Immer aber erkennt mandem, der besondere Obliegenheiten hat und erfüllt, mehr Ehre zu, als demgemeinen Bürger, dessen Ehre hauptsächlich auf negativen Eigenschaftenberuht.


Die Amtsehre erfordert ferner, daß wer ein Amt versieht, das Amt selbst,seiner Kollegen und Nachfolger wegen, im Respekt erhalte, eben durchjene pünktliche Erfüllung seiner Pflichten und auch dadurch, daß erAngriffe auf das Amt selbst und auf sich, soferne er es versieht, d. h.Äußerungen, daß er das Amt nicht pünktlich versehe, oder daß das Amtselbst nicht zum allgemeinen Besten gereiche, nicht ungeahndet lasse,sondern durch die gesetzliche Strafe beweise, daß jene Angriffeungerecht waren.


Die Ehre, wie ich sie bis hieher, in ihren Gattungen und Grundsätzen,betrachtet habe, findet sich bei allen Völkern und zu allen Zeiten alsallgemein geltend; wenn gleich der Weiberehre sich einige lokale undtemporäre Modifikationen ihre Grundsätze nachweisen lassen. Hingegengibt es noch eine, von jener allgemein und überall gültigen gänzlichverschiedene Gattung der Ehre, von welcher weder Griechen noch Römereinen Begriff hatten, so wenig wie Chinesen, Hindu und Mohammedaner, bisauf den heutigen Tag, irgend etwas von ihr wissen. Denn sie ist erst imMittelalter entstanden und bloß im christlichen Europa einheimischgeworden, ja, selbst hier nur unter einer äußerst kleinen Fraktion derBevölkerung, nämlich unter den höheren Ständen der Gesellschaft und wasihnen nacheifert. Es ist die ritterliche Ehre, oder das point d'honneur.Da ihre Grundsätze von denen der bis hieher erörterten Ehre gänzlichverschieden, sogar diesen zum Teil entgegengesetzt sind, indem jeneerstere den Ehrenmann, diese hingegen den Mann von Ehre macht; so willich ihre Prinzipien hier besonders ausstellen, als einen Kodex, oderSpiegel der ritterlichen Ehre.


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